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Licht als klangvolle Symphonie

zuletzt aktualisiert am 10.01.2024

8 Min. Lesedauer

Licht dient nicht allein dazu, unsere Umgebung zu erhellen. Es strömt vielmehr wie eine Melodie durch den Raum, die durch Hervorhebung einzelner Elemente subtile Emotionen in uns hervorruft und die Raumatmosphäre prägt. Schauen Sie sich die beiden folgenden Fotos an. Auf beiden ist exakt derselbe Raum zu sehen, mit dem einzigen, aber erheblichen Unterschied der Lichtquellen.

Nachher: Optimierte Lichtquellen

Optimierte Lichtplanung eines Wohnbereichs durch apure

Quelle: apurelighting.com

Vorher: gerasterte Deckenspots

Gerasterte Lichtplanung mit schwarzen Deckenspots

Wo im unteren Bild der Blick zuerst auf die gerasterten Deckenspots fällt, liegt der Fokus im oberen Foto einzig und allein auf dem Licht und dessen Wirkung. Dieser Vorher-Nachher Abgleich eines Projektes von apurelighting verdeutlicht in sensibler Gestalt, dass einem Raum eine einzigartige Identität und Wirkung verliehen werden kann, in dem das Licht auf magische Art und Weise Konturen formt und Tiefen schafft.

Genau wie Musik in der Lage ist, Gefühle zu wecken und Stimmungen zu formen, besitzt auch Licht die einzigartige Kraft, Räumen ihren individuellen Charakter zu verleihen. Es geht dabei nicht nur um die pure Anwesenheit des Lichtes, sondern vielmehr um die Art und Weise wie es auf Raumobjekte trifft und mit anderen Lichtquellen interagiert. Wie in einem Orchester besitzt jede Lichtquelle ihre eigene Partitur und erst durch das Zusammenspiel wird der Raum in eine klangvolle Symphonie verwandelt.

Die Dualität des Lichtes

Wenn wir über Licht sprechen, betreten wir das Reich von zwei grundlegenden Lichtarten: natürliches und künstliches Licht. Der bedeutendste Unterschied liegt darin, dass natürliches Licht von unserer Umgebung ausgeht, hauptsächlich von der Sonne. Sie ist eine dynamische Lichtquelle, deren Eigenschaften sich im Verlauf des Tages verändern. Die Bewegung der Sonne führt zu einer fortwährenden Veränderung der Lichtverhältnisse und damit der Stimmung, die sie erzeugt. Abhängig von der Tageszeit taucht die Sonne unsere Umgebung entweder in warmes, rötliches oder in kühles, bläuliches Licht. Dieser natürliche Farbwechsel in Kombination mit dem Spiel von Licht und Schatten schafft eine einzigartige, authentische Dynamik.

Im Gegensatz dazu hebt sich künstliches Licht, das durch installierte Leuchten im Raum erzeugt wird, vom natürlichen Licht durch seine bewusste Steuerung ab. Je nach Art der Lichtquelle und ihrer Zusammensetzung können auf Knopfdruck verschiedenste Lichtstimmungen kreiert werden. Diese Flexibilität eröffnet eine Spielfläche für kreative Gestaltung und erlaubt es, die Beleuchtung an verschiedene Anforderungen und gewünschte Atmosphären individuell anzupassen.

Mit Hilfe des Einklangs von natürlichen und künstlichen Lichtquellen ist es möglich eine harmonische Symbiose zu schaffen, welche die volle Energie des Lichts ausschöpft und jeden Raum in eine einladende, inspirierende Umgebung verwandelt. Die Magie des Lichts erweckt einen Raum zum Leben.

Licht- und Schattenspiel einer Lamellenwand

Quelle: eigene Aufnahme

Lumen, Lux und Kelvin?

Bevor wir uns jedoch näher mit Lichtstimmungen beschäftigen, sollten wir zunächst beleuchten, aus welchen Aspekten sich Licht zusammensetzt und welche Begrifflichkeiten dazugehören. Die wohl bekanntesten Begriffe im Bezug auf die Messung und Beschreibung von Licht sind Lumen, Lux und Kelvin. Doch was genau bedeuten diese Bezeichnungen?

Helligkeit

Lumen bezeichnet eine Maßeinheit für die Bemessung des Lichtstroms. Sie gibt an wie viel Licht eine Lichtquelle insgesamt ausgibt und bezeichnet somit die Gesamtmenge an Licht, die von einem Leuchtmittel erzeugt wird. Je größer die Lumen-Zahl ist, die oft mit lm abgekürzt wird, desto heller nehmen wir das Licht wahr.

Intensität

Um die Lichtintensität pro Fläche einer Lichtquelle zu beschreiben, verwendet man den Begriff Lux (lx). Dieser ermittelt sich durch die Lumen pro Quadratmeter. Als Fläche werden zum Beispiel die Wände oder der Boden eines Raumes bezeichnet. So gesehen misst Lux wie viel Lichtstrom (Lumen) sich auf einer bestimmten Fläche verteilt. Auch hier gilt die Regel, je größer der Lux-Wert ist, desto mehr Licht trifft auf eine Fläche auf. Bereiche, wie beispielsweise der Arbeitsplatz, die eine hohe Ausleuchtung benötigen, sollten einen Lux-Wert von 500 nicht unterschreiten. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass ein Raum zwar grundsätzlich gut beleuchtet sein kann, jedoch der Lux-Wert bei einer ungleichmäßigen Verteilung auf die Fläche trotzdem niedrig sein kann.

Farbtemperatur

Ein weiteren wichtigen Parameter in Bezug auf die Lichtwirkung ist die Farbtemperatur. Diese wird in Kelvin angegeben und beeinflusst, wie wir die Farbe und die Stimmung des Lichtes wahrnehmen. Dabei wird zwischen den Lichtfarben Warmweiß, Neutralweiß und Tageslichtweiß unterschieden. Warmweißes Licht definiert sich durch Kelvin-Werten von 1.000 bis 3.000 K. Diese Lichtfarbe findet überwiegend als Ambiente Licht in Wohnräumen Verwendung, da sie eine warme und gemütliche Atmosphäre schafft. Neutralweiß beschreibt die Werte von 3.000 bis 5.000 Kelvin und gibt eine kühlere Lichtstimmung ab. Vor allem in Bereichen wie Bad, Küche oder Arbeitszimmer eignet sie sich gut, um funktionale Tätigkeiten in diesen Räumen zu unterstützen. Tageslichtweiß bezeichnet Kelvin-Werte über 5.000 und hat eine sehr kühle und nüchterne Wirkung, weshalb es in Wohnräumen fast nie zum Einsatz kommt.

Diese Begrifflichkeiten sind unerlässlich, um die verschiedenen Aspekte von Licht zu verstehen und die Beleuchtung optimal auf die Bedürfnisse eines Raumes abzustimmen. Sie bilden die Sprache, die es ermöglicht, die Qualität und Wirkung von Licht gezielt zu gestalten.

Lichtplanung einer weißen Wohnküche durch apure

Quelle: apurelighting.com

Licht: elegante Sanftheit gegenüber akzentuierter Dynamik

In der Welt des Interior Designs spielt die Lichtstimmung eine entscheidende Rolle, um Räume in Szene zu setzen und eine bestimmte Raumatmosphäre hervorzurufen. Dabei sind diffuses und direktes Licht zwei wesentliche Aspekte, die die Lichtatmosphäre maßgeblich beeinflussen.

Diffuses Licht umhüllt den Raum in eine weiche, gleichmäßige Helligkeit, ohne harte Schatten zu erzeugen. In einem diffus beleuchteten Raum fühlen sich die Menschen oft entspannt und geborgen und es betont die Konturen von Raumelementen auf eine subtile und harmonische Weise, was zu einer angenehmen visuellen Wirkung führt. Vor allem im Wohn- und Schlafbereich eignen sich indirekte Lichtquellen besonders um eine ruhige, entspannende Atmosphäre zu schaffen.

Im Kontrast dazu bringt direktes Licht eine gewisse Dynamik in den Raum und dient dazu, bestimmte Objekte oder Bereiche zu akzentuieren. Direkte Lichtquellen in Form von Spotlights, Strahler oder Pendelleuchte sind darauf ausgerichtet, klare Schatten zu erzeugen und Konturen von Elementen stärker auszubilden. Sie eignen sich vor allem, um die Aufmerksamkeit gezielt zu lenken und den Raum lebendiger zu machen.

Atmosphärische Nahaufnahme einer tropfenförmigen Pendelleuchte

Quelle: eigene Aufnahme

Die Vereinigung von Diffusität und Direktheit

Ähnlich wie bei einer fesselnden Melodie, in der die richtige Kombination verschiedener Noten und Instrumente den Gesamtklang formt, liegt die Essenz der Lichtgestaltung in der gekonnten Vereinigung von diffusen und direkten Lichtquellen. Die bewusste Platzierung und Auswahl von Leuchten ermöglicht es, jeden Raum mit einem lebendigen, facettenreichen Ambiente zu erfüllen. Das Maß an diffusem oder direktem Licht hängt davon ab, welche Funktion der Raum erfüllen und welche Emotionen darin hervorgerufen werden sollen.